Testbericht von Andreas Putz

Gewässer: Lammer,  von der Lammerklamm bis zur Mündung in die Salzach. Das sind ungefähr 10 Kilometer, inklusive Schwarzenbach.
Ort: Scheffau am Tennengebirge und Golling an der Salzach, etwa 30km südlich von Salzburg Stadt.
Charakter: Kalter Gebirgsfluss, der das Tennengebirge und die Osterhorngruppe entwässert. Großes Einzugsgebiet,  im Sommer  Neigung zu Hochwasser nach Gewittern, meistens perfekt im Herbst.  Übergang von Forellen zur Äschenregion, reiner Salmonidenbestand (Äsche ca. 50%, der Rest Bach- und Regenbogenforellen).
Fischerei: Ausschließlich Fliegenfischen ohne Widerhaken, keine Entnahme von Äschen und Bachforellen, Regenbogenforellen bis 35cm dürfen nach Rücksprache entnommen werden. Die Fische können bei gutem Service (!!) oft an die Oberfläche gelockt werden, selbst wenn kein Schlupf stattfindet. Extrem wichtig ist dabei ein präziser Service und die genaue Platzierung der Fliege, da oft wenige Zentimeter über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. (Beim Fang wirklich guter Fische, „Selbstmörder“ hakt man immer…)
Besatz: 100% natürliche Reproduktion bei der Äsche, kein Besatz von Regenbogenforellen. Bachforellen werden in den Seitenbächen herangezogen und in die Lammer eingesetzt.

Meine Erfahrungen mit der Phoenix Seidenschnur

Meine Phoenix DT 4 Seidenschnur habe ich 2001 gebraucht gekauft. Seitdem hilft sie mir dabei, schnell, exakt und präzise zu servieren. Beim Präzisionswurf auf kurze Distanz arbeitet die Rute sofort mit, gefühlvolles Fischen ist möglich. Bei Wind hilft die dünne Phoenixschnur, trotzdem einwandfrei zu servieren.

Der Anhieb auf größere Distanz gelingt aufgrund der fast nicht vorhandenen Dehnung zwar, aber meistens kann bei größeren Entfernungen die Fliege nicht präzise genug geführt werden. Zumindest nicht gut genug für die schönen Fische.

Beim Pirschfischen vom Ufer aus - tiefe Flussseite, Fliege zentimetergenau hinter und neben den Ufersteinen abgelegt - bewährt sich die Seidenschnur seit neun Jahren durch ihre Robustheit. Das versehentliche Treten auf die Schnur erträgt sie viel besser als die Plastikstricke. Wenn sich die Leerschnur zwischen Wurzeln und Steinen am Ufer verkeilt, reiße ich sie einfach heraus. Man muss sich schließlich in voller Deckung am Ufer bewegen und sich auf die Fische konzentrieren, sonst fängt man nur die 18 cm Winzlinge…

Gut gedeckt ist halb gefangen, und wenn ich die Trampelpferde beobachte, wie sie in ihren Wathosen sämtliche Flossen alarmieren, dann kommen mir die Tränen! Wildfische sind keine Deppen aus dem Teich, die eingeworfene Kieselsteine für Trockenfutter halten und auf den Menschen zuschwimmen!

Robustheit

Ich habe 2001 meine Hardy verschenkt. Mitsamt der 444er Cortland, die jeweils keine 2 Saisonen überlebte. 13 Jahre Cortland  – aber auf ewige Zeiten Phoenix, das steht außer Frage für mich. Vor drei Jahren drehte ich die Spitze um, weil ich sie beim Pirschfischen abgerissen hatte. 

Die Phoenix ist ideal für den harten Dauereinsatz und kein Luxusartikel für den Sonntagsangler bei Schönwetter. Sie ist ein hartes Arbeitstier und bietet genussvolles Fischen obendrein.

Pflege

Nach der nassen Jagd auf Salmoniden werden die ersten 8-12 Meter der Phoenix abgezogen und im Gartenhaus aufgehängt. Vor dem Fischen wird gefettet – eine „Arbeit“ von 23 Sekunden - fertig.

Fazit

Jeder, der meine Phoenix ausprobiert, möchte seinen Plastikstrick mitsamt dem Kohlefaserstecken anschließend ins nächste Gebüsch werfen. Reinste Schwerstarbeit, einfach unmöglich. Sollte meine Gespließte splittern und sich meine Phoenix auflösen – bitte – nach 9 Jahren Einsatz spielt das keine Rolle mehr.

In diesem Sinne Petri Heil!

Andreas Putz, Kuchl