Testbericht Tenkara-Fliegenschnur von Phoenix

Lieber Axel,

die Saison ist fast zu Ende und Zeit, ein Fazit zu Deinen Tenkaraschnüren zu ziehen. Tenkara ist eine Spielart des Fliegenfischens, genau genommen der Ursprung des Fliegenfischens. Stammt sie doch aus einer Zeit in der es noch keine Rollen gab. Tenkara bedeutet sinngemäß: "vom Himmel schwebend" und das soll auch die Fliege, in kleinen Gebirgsbächen mit tiefen Gumpen und Rinnen, wo man sehr nahe am Fisch ist.

Da sind wir auch schon bei den Eigenschaften, die ich an eine gute, traditionelle Tenkaraschnur stelle. Im Folgenden meine Eindrücke:

  • Die relativ kurze (ca. 3,60 lange) Tenkara-Schnur streckt sich sauber und geht ohne Kraftaufwand und Beschleunigung   genau dahin, wo mein Zeigefinger bzw. die Tenkararute hindeutet, denn dort möchte ich meine Fliege platzieren.
  • Die Trockenfliege fällt sanft auf das Wasser, so wie sich eine Fliege auch in der Natur sanft aufs Wasser setzt.
  • Ebenso behutsam legt sich die Phoenix-Tenkaraschnur auf das Wasser, ohne die Fische zu verschrecken bzw. zu vergrämen.
  • Die Schwimmfähigkeit garantiert ein sauberes Führen der Fliege in Strömungsgeschwindigkeit, ohne die "Trockene" nach unten zu ziehen. Auch das Abheben der Schnur von der Wasseroberfläche geschieht geräuschlos und ohne Spuren auf der Wasseroberfläche zu hinterlassen.
  • Die Farbe ist dezent gehalten und somit ohne Scheuchwirkung auf unsere Wasserbewohner.
  • Die Schnur lässt mühelos, mit Ausnahme von Würfen mit Zugunterstützung (wegen der fehlenden Rolle), fast alle Würfe des klassischen Fliegenfischens zu.
  • Das feine Zusammenspiel zwischen der sehr weichen Tenkararute, Deinen Schnüren und dem meist konischen Vorfach (0,14 mm) bescherte uns in dieser Saison Äschen, Saiblinge und Forellen bis zu 48 cm. Gefischt haben wir mit den traditionellen Tenkarafliegen "Sakasa Kebari" genauso wie mit herkömmlichen Trockenfliegen (Adams, Mosquito, Sedge), mit drahtgebundenen Nymphen (Ritz-D, Arthofer, Pheasant-Tail) und sogar mit kleinen Goldkopfnymphen (Red-Tags).

Deine Tenkaraschnüre erfüllten die ganze Saison über bei meinen Tenkarakursen alle Voraussetzungen zu meiner vollen Zufriedenheit. Keine einzige Schnur musste während der Saison ausgetauscht oder erneuert werden.

Danke Axel, dass ich diese Schnüre testen durfte! Ich werde sie auf alle Fälle auch in den nächsten Jahren bei meinen Kursen und auch für mich selber einsetzen.

Liebe Grüße
Ralf

Ralf Jessel

Ralf Jessel aus Oberbayern  ist einer der wenigen Fliegenfischen-Lehrer, der neben dem Fischen mit herkömmlichem Wurfgerät auch im traditionellen Tenkara-Fischen unterrichtet.
Seine bevorzugten Gewässer sind die Mangfall und die Leitzach nahe seiner Heimatstadt Holzkirchen.