Ich habe es mir gemerkt

Nein, ich habe es mir nicht gemerkt. Um ehrlich zu sein: Ich habe es mir aufgeschrieben.
Welchen Rat ich Ihnen dazu geben kann, sage ich Ihnen gerne.

Einmal im Jahr gönne ich mir das Fliegenfischen in Slowenien. Ich liebe die glasklaren Gewässer, und wenn ich Glück habe, finde ich ein Fleckchen, wo ich noch alleine bin. Am 5. September  2015 habe ich in mein Fischerbücherl geschrieben: „Konnte heute einen Guide mit Schüler beobachten. Guide montierte dem Anfänger einen Epoxy-Shrimp. Anfänger konnte damit einen schönen Fisch landen.“ Im Jahr darauf fing ich ebenfalls schöne Fische – mit meinem selbstgebauten Super-Shrimp, siehe Bild. Ich hatte in meinem Buch nachgelesen und mich sorgfältig auf meinen Urlaub vorbereitet.

 

Aufschreiben hilft

Inzwischen glaube ich, dass mir das Aufschreiben besonderer Situationen, Fänge, Bedingungen oder Ereignisse doppelt hilft. Zum einen kann ich bei Gewässern, an die ich nicht so häufig komme, wichtige Erfahrungen nachlesen. Zum anderen hilft mir das Aufschreiben beim Merken. Zum Beispiel habe ich einen Eintrag im Fischerbuch zum Fluss Sava Dolinka: „Watstiefel ungeeignet. Wasser zu tief. Unbedingt Wathose verwenden!“ Der Satz hat mir im Jahr darauf mindestens drei schöne Fische eingebracht – und einen ganzen Tag Fliegenfischerei, ohne dass ich mein Watzeug wechseln musste.

Was aufschreiben?

Ich versuche immer, Dinge einfach und effektiv zu machen. Also gibt es in meinem Fischerbuch nur vier Rubriken: Datum, Gewässer, Fänge und Besonderheiten. Der letzte Punkt ist der mit Abstand wichtigste. Hier erfolgen Eintragungen, die ich nicht vergessen möchte. Beispiele: Fliegenarten, Nymphen, die ich auf  den Grund entdeckt habe, Gewässer-Strecken, die mir einen besonderen Erfolg verschafft haben, Notizen zu dem, was mir der Gude beigebracht hat, die Beobachtung, dass Einheimische spezielle Montagen verwenden mit denen sie auf den Grund hinunterkommen und wie diese aussehen.

Was ich verwende

Ich gebe zu, dass ich hier schon ein wenig herumexperimentiert habe. Inzwischen bin ich bei einem Kugelschreiber und einem alten Kalender gelandet, flach und verschrumpelt, der dafür herhalten muss. Daheim angekommen, mache ich mir die Mühe und bringe mein Tagebuch dann mit meinem Word-Programm in Form. Es schaut gut aus, liest sich gut und flüssig und ich kann die Dateien mit Freunden austauschen.

Mein kuriosester Eintrag

Vor etlichen Jahren habe ich am Lech gefischt. Es war ein heißer Tag, kein einziger Fisch stieg. Auf einmal sah ich den ersten Ring. Ein zweiter, ein dritter – und auf einmal kochte das ganze Wasser. Neugierig suchte ich die Wasseroberfläche ab und fand dort kleine braune Käfer mit schillernden Flügeldecken. Sofort zog ich meine Fliegendose heraus, kappte bei einer Trockenfliege alle Hecheln bis sie ganz rund war, bog sie mit der Schere zum Halbkreis und los ging's. Mein Eintrag liest sich heute so. „Mit braunem Käfer-Imitat fünf Fische gefangen. Unbedingt nachbinden!“ Das tat ich dann auch. Das völlig ausgefallene Fliegenmuster hat mir bis heute erstaunliche Fänge beschert. Aber leider nur am Lech.

Autor: Axel Janousch

Kontakt: www.finearts-flyfishing.de

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