Vom Huchen und seinen oft nicht ganz wahren Legenden

Kein Fisch in unseren alpenländischen Breiten fasziniert in der Winterzeit so wie der Huchen. Wahre Mythen und Legenden werden immer und immer wieder erzählt. Für manche Fischer ist es wichtig, sie aufrecht zu erhalten. Leider immer mehr, um dadurch mit anderen Fischern Geld zu verdienen.

Die Pirsch auf den Huchen ist durchaus vergleichbar mit der Pirsch auf den kapitalen Hecht. Man sollte sehr viel Zeit am Wasser verbringen, um das Jagdgebiet eines Huchens ausfindig zu machen.

Fischen Sie im Juni oder Juli

Eine Mär ist es allemal zu behaupten, die beste Fangzeit für den Danuba-Salmon wäre November bis Februar. Manchmal denke ich, schlaue Leute hätten sich das ausgedacht, um die stille Zeit zu überbrücken. Für mich persönlich sind Juni und Juli die ergiebigste Zeit. Die Wochen direkt nach der Laich, wenn die Schonzeit zu Ende ist.

Warum soll es beim Huchen anders sein als beim Hecht? Aus geschäftspolitischen Gründen? Wer ein aufmerksamer Fischer ist, dem ist das folgende die letzten Jahre nicht verborgen geblieben: Sehr viele Großhechte sind eben nicht im Oktober und November, sondern im Juli oder im August gefangen worden. Vom Groß-oder Standhecht wird uns aber schon seit Zeiten das Gegenteil erzählt.

Guides helfen weiter

Viele Fischer lassen sich heute von einem Guide „zum Huchen“ bringen. Der Guide wohnt Vorort und kennt die Einstände der Räuber. So ist es relativ leicht, den Fisch zu beangeln. Viele sind ja auch schon zum x-ten Male gefangen und released worden. Über Sinn und Unsinn mögen andere, klügere Köpfe nachdenken. Sie wissen ja – jeder macht es ein wenig anders.

Ein vorsichtiger Geselle

 Der Huchen, und ich spreche vom Grosshuchen ab einem Meter, ist sehr vorsichtig. Er kennt sein Habitat und er kennt Dinge und Angler, die dort nicht hingehören. Zudem ist belegt, dass viele Huchen innerhalb von zwei Wochen nur einmal oder zweimal fressen. Hier fällt mir auch gleich der Waller ein, um dieses Trio (Huchen-Hecht-Waller) zu vervollständigen.

Wo er zu finden ist

Wer ein Fischer ist mit Leidenschaft, der findet sich an jedem Gewässer zurecht. Hucheneinstellplätze sind recht schnell gefunden am Fluss. Es sind in erster Linie die Rauschen. Es sind außergewöhnliche Unterspülungen. Dort ist das Wohnzimmer des Fisches. Zum Rauben zieht er hinaus. Meist in Flussmitte, weil dort eine tiefe Rinne zu sehen ist (Angler-Leidenschaft).

Fischen Sie am Beginn der Rinne

Wie immer wieder beschrieben wurde, insbesondere in Huchenbüchern, wartet der Fisch im Auslauf der Rinne. Das habe ich noch nicht erleben dürfen. Ich konnte aber feststellen, dass der Huchen am Beginn der Rinne steht. Ja, dort, wo die Strömung meist am stärksten ist. Das leuchtet mir auch ein. Er ist der Platzhirsch. Und er allein will die Beute, die über die Rausche kommt. Er steht am Beginn der tiefen Rinne in Flussmitte, weil auch dort die Beute zuerst erscheint. Kein anderer Fisch soll sie bekommen. Das ist übrigens auch nicht möglich. Nach meinen Beobachtungen steht keine Forelle, keine Äsche im Umkreis von 50 bis 60 Metern zu einem Grosshuchen flussabwärts. Frisch eingesetzte Huchen , meist 60 bis 70 cm, halten ebenfalls gewaltigen Abstand zu „Großmutter bzw. Großvater“.

Im Flachwasser

Im Sommer finde ich den Huchen im Flachwasser. Er wartet dort meist neben einem abgebrochenen Baumstamm beiseite eines größeren Steines. Er wartet geduldig bis sich die Kleinforellen dort einfinden. Natürlich sollten sie um halb fünf in der Früh am Wasser sein. Wenn der Tag beginnt, kann man den Fluss am besten lesen.

Meine Ausrüstung

Ich bin ein reiner Fliegenfischer. Meine Huchenruten sind Klasse 8 und 9. Ich fische nur Bambus und Greenheart. Meine Fliegenschnur ist aus Seide. Der Belly ist nicht gefettet, er sinkt ein. Die Runningline ist gefettet. Sie schwimmt. Im Winter sind Streamer über 15 cm vorgeschrieben wegen der Forellen.

Ich darf Ihnen sagen, der Sommerhuchen frisst auch Streamer unter 15cm. Ich befische die Tiroler Ache und ich fahre sehr gerne nach Kärnten an die Gail.

In Bayern sehe ich Tageskartenangler mit Spinnrute, Wobbler und Drilling am Fluss. Da bleibt mir die Luft ein wenig weg. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Jeder macht es ein wenig anders....

Willie Ostiadal

Axel Janousch bedankt sich bei Willie Ostiadal für seinen schönen Beitrag.
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